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Veröffentlicht am 29.12.2016 von Christoph Dengler

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Klangkarussel – zwei Sonnentänzer aus Salzburg

Hinter dem Projekt „Klangkarusell“ stecken die beiden DJ`s und Produzenten Tobias Rieser und Adrian Held. Die beiden aufstrebenden Salzburger sind seit knapp einem Jahr in Wien wohnhaft. Tobias war zunächst – ebenfalls unter dem Namen Klangkarussell – als Solokünstler unterwegs, während Adrian die Szene als „herald and i“(einem Anagramm seines eigenen Namens) unsicher machte. Die Liebe der Beiden galt von Anfang an der elektronischen Musik. Doch während Tobias Rieser hauptsächlich als DJ in Aktion trat, produzierte Adrian überwiegend eigene Songs.

Im Jahr 2011 schlossen sich die beiden zu einem Duo zusammen, das sie zunächst auf den Namen „Heldenklang“ tauften und erste Songs veröffentlichten. Allerdings kam es bald zu Verwirrungen, wer genau hinter den verschiedenen Namen steckte. Auch war der Name Klangkarussell bereits in der Szene bekannt und konnte auf eine gewisse Fanbase zurückgreifen. Aus diesem Grund beschlossen die beiden Musiker, ihre Lieder von nun an unter Tobias Riesers altem Künstlernamen „Klangkarussell“ zu veröffentlichen.

Noch im gleichen Jahr, in dem sie sich als Duo zusammengefunden hatten, produzierten sie den Song, der ihnen zum Durchbruch verhelfen sollte: „Sonnentanz“ – ein rein instrumentaler Track, ohne Gesang fand seinen Weg ins Netz.

Genauer gesagt wurde es im Herbst 2011 auf dem Musikportal SoundCloud veröffentlicht und im Februar 2012 von dem Online-Musikmagazin „trndmusik.de“ gebloggt wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurde Sonnentanz von weiteren Blogs und Online-Magazinen gepostet und wurde schlussendlich am 14. September als Single veröffentlicht. Die Single konnte in Frankreich die Top 10 und in Österreich, Deutschland und der Schweiz sogar die Top 5 entern. In den Niederlanden konnten die Beiden sich sogar über eine Nummer-1-Platzierung freuen.

Im März 2013 wurde vom niederländischen Moderator Domien Verschuuren ein Video auf YouTube veröffentlicht, in dem er dokumentiert, dass Sonnentanz teilweise aus fertigen Loops eines Samplepakets gemischt wurde. Ob es sich hier um Kunst handelt oder nicht sollen andere Leute entscheiden. Die Publicity der beiden Artists hat sich auf alle Fälle gesteigert.

Im August 2013 veröffentlichte das österreichische Duo zusammen mit dem Soul-Sänger Will Heard eine Vocal-Version des Songs, welche unter dem Titel „Sonnentanz (Sun Don’t Shine)“ Platz 3 in den britischen Charts erreichte. Radiostationen, Clubs und Musiksender spielen den Song gleichermaßen rauf und runter.

Im Herbst 2014 wurden Klangkarussell mit dem European BordersBreaker Award ausgezeichnet. Hier werden europäische Newcomer aus den Sparten Rock, Pop und Dance ausgezeichnet, die auch außerhalb ihrer Heimatländer erfolgreich sind.

Klangkarussell – streetparade.com

Die beiden Wahlwiener lernen sich schon im Kindesalter kennen, als Adrian noch in die Tasten klampft und auf sein Schlagzeug einhämmert, während Tobias das Hackbrett schrubbt und das Posaunenspiel erlernt.

Die Österreicher stehen für innovativen, minimalistischen aber auch melodischen Sound und können sich vor Remix-Anfragen kaum retten.

Star-Info

  • Der Gesang zu „Netzwerk (Falls Like Rain)“ kommt vom englischen Sänger Tom Cane. Ursprünglich war der Song ein sechs-minütiges Instrumental-Stück und hieß nur „Netzwerk“.
  • Ihre Debütsingle „Sonnentanz“ hat sich weltweit über 1,2 Millionen Mal verkauft.
  • „Netzwerk“ stammt – wie auch „Sonnentanz“ – aus ihrem Debütalbum, das ebenfalls „Netzwerk“ heißt und am 25. Juli 2014 erschienen ist.
  • „Sonnentanz“ war der erste Hit in letzter Zeit, auf dem prominent ein Saxofon zu hören war, und auch der erste Instrumental-Hit seit Langem.
  • Tobias Rieser und Adrian Held kennen sich bereits seit ihrer Schulzeit. 2011 haben sie sich auf ein Bier getroffen und dann beschlossen, dass sie ab sofort zusammen Musik machen.
  • Ihren Sound beschreiben sie als „elektronische Tanzmusik“.
  • Adrian Held hat vor ein paar Jahren bei den Salzburger Festspielen in „Macbeth“ als Statist mitgespielt – er war ein Baum
  • Sie haben eine große Welttour absolviert – Stationen: New York, San Francisco, Los Angeles, Miami, Vancouver, London, Rotterdam, Zürich, Bogota.

Netzwerk

Das poppige Grundgerüst lässt die auf tanzbar getrimmten Tracks nie blutleer oder mechanisch wirken. Elektronische Akzente umspielen dabei immer wieder das Gerüst aus pumpenden Upbeat-Rhythmen und sparsam instrumentierten Akustiksets und kreieren eine Stimmung von euphorisierender Nostalgie.

„Sonnentanz“, der Katalysator ihres Erfolgs, ist selbstversprechend in mehreren Versionen vertreten. Ein Track, der viel Kritik und Häme wegen angeblicher Sampletrickserei einstecken musste. Letzten Endes hat das Stück vielen Freude bereitet, was meiner Ansicht nach die Frage nach dem „Wie?“ erübrigt.

Klangkarussell – windishagency.com

Größtenteils solide ravig und festivaltauglich produziert. Der Opener „Eistee Aus Der Dose“ schwelgt sogleich in sonnentänzerischen Stimmungen und schiebt spacig einher. Eine schöne Harmonie aus trockenen Claps und einer komprimiert pochenden Kickdrum liegt zugrunde.

Auch das Titelstück „Netzwerk (Falls Like Rain)“ überzeugt, dank seiner poppigen Attitüde bietet es eine größere Identifikationsfläche als „reine“ Clubtracks. Adrian Held und Tobias Rieser besitzen ein Gespür für Arrangement und Funktionalität, die sich nicht in Effekthascherei verliert.

Dennoch beschleicht einen das Gefühl, dass diese Formel nicht durchgängig das Zeug dazu hat, die Raver ewig zu binden. Open Air-Tracks wie „Celebrate“ stimmen dafür gleich wieder versöhnlich.

Eine runde Sache und alles in allem ein gelungenes Longplay-Debüt. Mal schauen, wohin die Reise noch so geht, die Voraussetzungen stehen gut…

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